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Konzepte kurz erklärt – Karriereanker

Karriereanker: Spiegel grundlegender Wertehaltungen

Das Konzept der Karriereanker wurde durch Edgar H. Schein, einem amerikanischen Professor einer Management-Schule in den 60/70er Jahren des vergangen Jahrhunderts entwickelt. Es entstand aus einer Langzeit-Studie zur Entwicklung von Manager-Karrieren. Innerhalb der Studie wurde auch hinterfragt, wie sich die Wertehaltungen und Einstellungen der Studienteilnehmer im Verlauf ihrer Karriere veränderten. Besonderes Augenmerk lag auf den Schlüsselentscheidungen der beruflichen Entwicklungen. Die Beweggründe der Entscheidungen, und die Zufriedenheit damit wurden untersucht. So unterschiedlich auch die einzelnen Berufswege verlaufen waren, es wurde sehr deutlich, dass die zugrundeliegenden Motive und Gefühlsmuster in Bezug auf die Entscheidungen immer wieder ähnlich waren. Diese spiegeln damit grundlegende Themen der Persönlichkeit wider, die, so die Annahme, auf Erfahrungen der ersten Berufsjahre beruhen. Gerieten Karrieren ins Stocken zogen sich die Teilnehmer immer wieder auf diese Grundhaltungen zurück, was zum Begriff des Ankers führte. Schein identifizierte acht berufliche Grundorientierungen, sprich Karriereanker:

1. Technische/funktionale Kompetenz (TF)

2. Befähigung zum General Management (GM)

3. Selbstständigkeit/Unabhängigkeit (SU)

4. Sicherheit/Beständigkeit (SB)

5. Unternehmerische Kreativität (UK)

6. Dienst oder Hingabe für eine Idee oder Sache (DH)

7. Totale Herausforderung (TH)

8. Lebensstil-Integration (LS)

Welche bzw. welcher Karriereanker dominant ist, kann über einen strukturierten Interview-Leitfaden ermittelt werden. Dessen Bearbeitung ist ein optionaler Teil meiner Karriereberatung.

Schein geht in seiner Analyse davon aus, dass es nur diese acht Karriereanker gibt, und dass diese im Verlauf eines Lebens unverändert bleiben. Ausserdem empfiehlt er in der praktischen Arbeit mit den Karriereankern nur den einen, dominanten, zu berücksichtigen.

Dem stimme ich nicht ganz zu. Ähnlich wie von Kornelia Rappe-Giesecke vorgeschlagen (Triadische Karriereberatung S. 182 und ff.), halte ich einen detaillierteren Blick für angemessen. Nach der Analyse der Karriereanker und weiter gehender Klärung der Werte arbeite ich in der Karriereberatung gerne mit den drei für den Klienten am stärksten relevanten Karriereankern. Eine Analyse der möglichen Karriereanker zu Beginn einer beruflichen Tätigkeit halte ich ebenfalls für sinnvoll, und sollte echten Mehrwert für Berufsstarter bieten. Im Zweifel hilft es einfach Fehler zu vermeiden, die später bereut werden…

Ihr Christoph Kuzinski

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